Abends im Nationalpark Laguna del Laja mit Blick auf den Sierra Velluda Vulkan, Chile.
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Format: 2:3
Am Rande der Welt erhebt sich der Vulkan Sierra Velluda wie ein uraltes Gelübde aus der dämmernden Schwärze; eine spitze Silhouette, deren Hänge von eisigen Gletscherfeldern geglättet sind, als hielte die Zeit den Atem an. Im Vordergrund liegen dunkle Basaltsteine und feiner Staub, zerbrochene Erinnerungen an längst vergossenes Feuer; ein einsamer Strauch trägt gelbe Herbstblätter, die wie Flammenfragmente leuchten und dem Schatten trotzen.
Das Tal dazwischen schläft unter einem Mantel aus Nebel, schwarze Felszähne ragen daraus empor wie stumme Wächter. Über allem spannt sich der Abendhimmel, und auf seiner rechten Oberseite windet sich eine pink‑pastellfarbene Wolke in einer eleganten S‑Form – ein letzter, melancholischer Kuss des Lichts. Stille legt sich wie ein heiliger Schleier über die Szene; die Natur vollführt ihre ehrfürchtige Liturgie.
Seit Tagen durchstreife ich den Park, wandernd, kletternd, kochend, immer wieder das Motiv suchend; die herbstlichen Bedingungen sind rau, der Wind bei Tag ein schneidender, kalter Begleiter. Doch als ich diesen Abendmoment erblicke, löst sich alles in Schweigen auf. Rasch greife ich zum Stativ, fixiere meine Kamera, wähle sorgsam Blende, Zeit und Fokus und drücke den Auslöser. Ein fantastischer, unwirklicher Augenblick, eingefangen zwischen Atem und Ewigkeit.
