Im chilenischen Altiplano auf über 4000 Metern Höhe.
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Format: 3:4
Ein stiller Monolith überzogen mit Salz, von der Zeit poliert, liegt wie ein weißes Herz am Rand des chilenischen Altiplano. Im fahlen Licht des Abendrots erhebt sich hinter ihm der Vulkan Pili, dessen Gipfel in 6.048 Metern Höhe thront, begleitet von schattigen Vulkangipfeln; stumme Wächter, die die letzten Flammen des Tages aufnehmen. Das Wasser, glatt wie geschmolzenes Blei, spiegelt die Dämmerung und beruhigt den Horizont.
Ich stehe hier nachdem ich seit Tagen gegen die Kälte ausharre; das Stativ fest am gefrorenen Boden, die Kamera bereit. Mit steifen Fingern justiere ich Blende und Verschlusszeit, wähle eine niedrige Perspektive, damit das Salz im Vordergrund als Kontrapunkt zu den fernen Gipfeln wirkt. Immer wieder löse ich mit einer langen Verschlusszeit aus, dehne die Wasseroberfläche und wische Frost von der Linse. Jeder Blick durch den Sucher ist ein Festhalten dieses Lichts.
Der Salzklotz trägt die Erinnerung an uralte Meere; seine raue Kruste wirkt zugleich verletzlich und beständig. Das Bild dokumentiert die Ruhe des Abends, die stillen Berge und die Arbeit des Fotografen, der geduldig wartet, bis das Licht die Szene vollendet.
